Über Kooperation


Kooperation war nie nur etwas, zu dem der Mensch sich positiv oder negativ verhalten konnte, das er zu bejahen oder zu negieren brauchte. Kooperation war stets mehr als eine bloße Möglichkeit oder Verhaltensweise. Immer schon waren Modi der Kooperation für die individuelle Entwicklung des Menschen und für sein Zusammenleben mit anderen Menschen strukturell unabdingbar. Deswegen auch ist es irreführend, Handlungsmotivationen mittels monokausaler Faktoren, seien diese als egoistisch oder altruistisch benannt, zu erklären.

Im sozialen Miteinander sind Menschen in ein Geflecht des Gebens und Nehmens, der Eigen- wie Uneigennützigkeit eingebunden, das sie als Menschen konstituiert. Kooperation ist somit als eine metaethische Kategorie zu verorten, von der aus erst jede bewusste Zuwendung der Menschen zueinander sowie jedes deviante Verhalten, das mit ex- oder impliziten Verhaltensregeln bricht, erklärbar und verständlich werden.


Auszug aus dem White Paper:

„ […] Man könnte also mit dem Beispiel von Rousseaus Hirschjagd behaupten: Kooperation führt – in der Regel – zu einem besseren Ergebnis für die Akteure. Allerdings setzt diese Strategie Vertrauen voraus, das sich durch – dialogische – Kommunikation bestärken lässt. Diese Strategie operiert indes – wegen des Vertrauens – mit Unsicherheiten. Letztendlich geht es immer um den Gewinn jedes einzelnen Akteurs, woran auch Rousseau keinen Zweifel lässt und worin sich die grundlegenden Schwächen spieltheoretischer Überlegungen zeigen. Doch ließe sich bei Rousseaus Beispiel auch argumentieren, dass sich jeder Jäger zwar aus Eigeninteresse an der Hirschjagd beteiligt, dass aber doch das Gemeinschaftsinteresse überwiegt, andernfalls wäre es wahrscheinlich, dass mindestens ein Jäger dem Hasen folgt. Kooperation würde so gesehen für ein stabiles gemeinschaftliches Gleichgewicht sorgen, was bei steigender Spieleranzahl jedoch schwieriger wird, da die Unsicherheiten zunehmen. […]“



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Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Viktoria Schäfer

Vorstandsvorsitzende und wissenschaftliche Leiterin ADG Scientific Center for Research and Cooperation


Über die Autoren

Dr. Andreas Walker, M.mel. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ADG Scientific - Center for Research and Cooperation e.V.

Er studierte Philosophie, Psychologie, Politikwissenschaften und Publizistik und promovierte zur "Melancholie der Philosophie. Seit 2010 ist er Chefredakteur der Zeitschrift für Medien-Ethik-recht (ZfMER).

Seine Forschungen befassen sich u.a. mit der Zukunft der Städte und Regionen, der Resilienz von Genossenschaften sowie den Möglichkeiten von Kooperation.


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